Begabungs- und Begabtenförderung

Begabungsbegriff
Während früher Begabung ausschliesslich über den Intelligenzquotienten definiert wurde, sind sich die Expert*innen heute trotz unterschiedlicher Modelle einig, dass Intelligenz kein Etikett ist, das man lebenslang trägt, sondern, dass diese sich verändert, sehr komplex zu erfassen ist und auch musische, künstlerische oder sportliche Fähigkeiten beinhaltet. Der IQ alleine sagt wenig über Begabung und noch weniger darüber aus, wie Potenzial auch in sichtbare Leistung umgesetzt wird. Renzullis dynamisches Begabungsmodell betont das komplexe Zusammenspiel verschiedener Faktoren, damit hohe Leistungen zustande kommen können.

Organisation
Begabungsförderung ist integrativer Bestandteil eines differenzierten Unterrichts oder findet mit Unterstützung der Fachperson Begabungsförderung in den Schulhäusern statt. Die Schulleitungen der Primarschule planen die Begabungsförderung und den Einsatz zusammen mit den Lehrpersonen und der Fachperson. Die Zielsetzungen stehen in direktem Zusammenhang mit Unterrichtsthemen und der Unterrichtsentwicklung. Die Begabungsförderung Brugg orientiert sich an einem dynamischen Begabungsbegriff mit der Orientierung der lebenslangen Entwicklung eines Menschen. Sie findet grundsätzlich integrativ (d.h. im Rahmen des regulären Unterrichts) statt. Die Schule Brugg bietet zusätzlich ein separatives Angebot (siehe unten) an.
Es gilt der Grundsatz, dass die Teilnahme an Begabungsförderungsprogrammen einen besonderen Einsatz der Schülerinnen und Schüler, Interesse, Durchhaltewillen und Engagement verlangt. Gehen hohe Begabungen mit persönlichen oder Lernschwierigkeiten einher oder stehen weitere Massnahmen zur Diskussion, kann die Fachperson Begabungsförderung für Beratungen hinzugezogen werden.
Dritte Stufe: Für ca. 2 % der Lernenden stehen Angebote zur Begabtenförderung zur Verfügung. Es gibt kantonale Angebote sowie Gruppenangebote (in Brugg das Ideenlabor). Zudem bietet die Schule Brugg Unterstützung bei der Förderung von musikalischen und sportlichen Talenten im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten.
Formen der Begabungsförderung
Als Akzeleration werden beschleunigende Massnahmen des Schulbesuchs bezeichnet. Dazu gehören zur Hauptsache der frühere Übertritt vom Kindergarten in die Primarschule und das Überspringen einer Klasse. Für Akzelerations-Massnahmen braucht es eine gute Vorbereitung und die Einhaltung eines festgelegten Ablaufs.
Als separative Angebote werden Möglichkeiten bezeichnet, welche ausserhalb der eigenen Klasse und zum Teil auch ausserhalb des Schulhauses stattfinden. Begabte Schülerinnen und Schüler in Musik und Sport können Antrag auf Teildispensationen vom Unterricht stellen.
Kantonale Gruppenangebote (Robotik und Forschung, Atelier BiG, Tatort Geschichte, Atelier Litera, Mathesupport und Atelier Natura) erfordern eine Bewerbung und finden teilweise während des regulären Unterrichts statt. Nähere Auskünfte erteilen die Klassenlehrpersonen, die Fachperson Begabungsförderung oder die Projektleitung der Angebote.
In Brugg wird ein Gruppenangebot, das Ideenlabor, geführt. Weitere Informationen dazu sind unten ersichtlich. Das Ideenlabor steht auch Bewerberinnen und Bewerbern aus den umliegenden Gemeinden offen, wenn der Ressourcentransfer gewährleistet ist.
Integrative Formen sind Angebote, welche oft in der Klasse selbst oder sicher im eigenen Schulhaus stattfinden. Dazu gehören zum Beispiel verschiedene Differenzierungsmöglichkeiten für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler, Freie Tätigkeit oder Projektarbeit, Compacting und Enrichment (Straffung des Unterrichtsstoffes, wo nötig und Anreicherung mit herausfordernden Aufgaben), Grouping (Förderung in Kleingruppen für leistungsstarke Lernende) oder Coaching/Beratung. Schülerinnen und Schüler, welche die integrative Begabungsförderung während mehr als 20 Lektionen pro Schuljahr besuchen, erhalten einen Zeugnisbericht.
Kontakt
Kontakt für Fragen zur Begabungsförderung: carmen.stahel@schule-brugg.ch
Ideenlabor (Angebot in Brugg)
Mit dem Gruppenangebot Ideenlabor zur Begabtenförderung sollen besonders leistungsstarke und interessierte Kinder und Jugendliche gefördert werden.
Was?
Das Gruppenangebot „Ideenlabor“ ist ein interdisziplinäres Projekt für Kinder ab 4. Klasse Primarschule bis Ende der Oberstufe. Es dauert ein Jahr.
Für wen?
Das Gruppenangebot richtet sich an Kinder, welche eine besondere Begabung haben und sich durch grosse Ausdauer und den Drang zum Forschen auszeichnen und die gerne projektartig arbeiten. Die Anzahl der Teilnehmenden ist beschränkt.
Wie?
Im „Ideenlabor“ eignen sich die Kinder unter Anleitung Fertigkeiten zum eigenen Forschen an und verwirklichen ein eigenes Projekt aus ihrem Interessensbereich. Die Ergebnisse der Projektarbeit werden einem Publikum präsentiert und zusätzlich in einer Dokumentation festgehalten.
Wann? Wo?
Klassenlehrpersonen machen Kinder, die dem Anforderungsprofil entsprechen, auf das Angebot aufmerksam und geben ihnen bei Interesse die nötigen Unterlagen mit. Eine Anmeldung besteht aus dem Anmeldeformular sowie aus einem Kennenlernnachmittag. Die Anmeldung läuft über die Klassenlehrpersonen.
Das Gruppenangebot findet im Normalfall während der Unterrichtszeit im Zentrum (Schulhaus Hallwyler) statt und umfasst 2 Lektionen. Eine Lernvereinbarung regelt, wie mit dem Stundenausfall umgegangen wird. Nach Möglichkeit wird auf Busverbindungen Rücksicht genommen.
Projektpräsentationen



